Fehlende Unterrichtsversorgung: Unterstützung statt Nebelkerzen!

3. Juni 2026

Die Dreistigkeit, mit der das Ministerium die Verantwortung wegschiebt, macht mich fassungslos. Für konkrete Angaben zur Unterrichtsversorgung habe ich bei der Landesregierung nachgehakt, denn Schulformen sind immer nur zusammengefasst landesweit und nach Landkreisen angezeigt. Die Situation, die für das Lessing-Gymnasium Uelzen dargelegt wird, zeigt deutlich, wie sehr das niedersächsische Kultusministerium Schulen bei mangelnder Unterrichtsversorgung im Stich lässt. Ich fordere konsequente Unterstützung und Transparenz.

Die Unterrichtsversorgung wird für das HEG mit 102,1 Prozent angegeben, für das LEG mit 93,5 Prozent und damit 99 Stunden Fehlzeit pro Woche. O-Ton Kultusministerium in der Stellungnahme: „Maßnahmen zur Erhöhung der Lehrkräfteversorgung sind nicht vorgesehen. Für das neue Schuljahr stellt sich die Lehrkräfteversorgung derzeit auskömmlich dar.“

Anstatt zu helfen, erklärt das Kultusministerium die Fehlstunden zur „Aufgabe der Schulen, die durch ein Vertretungskonzept zu kompensieren sind, Lehrkräfte vor Ort vorübergehende Mehrarbeit zu leisten haben oder Stunden umgeschichtet werden sollen. Das Ministerium betreibt Mangelverwaltung auf dem Rücken der ohnehin überlasteten Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler.

Die Unterrichtsversorgung bleibt weiter unter 100 Prozent, selbst mit drei Einstellungsermächtigungen, die im Februar realisiert sein sollen, zu denen es aber keine weiteren Angaben gibt über den Umfang, ob es Zusatzstellen sind, die aber auch nicht ausreichend sind oder nur Ersatz für ausscheidende Lehrer.

Verdeckt bleibt immer auch die tatsächliche Situation: Zahlen über Lehrkräfte und Stunden werden Ende August erfragt und erst Ende Januar bekanntgegeben – mit dem Hinweis, das stelle nicht die reale Situation dar.

Das Kultusministerium gibt sich alle Mühe, Missstände in der Unterrichtsversorgung nicht greifbar zu machen und – wie in der Stellungnahme vorgenommen – mit dem Aufzählen von generell denkbaren Maßnahmen schönzureden, die das Ministerium ausdrücklich gar nicht einsetzen will. Doch die betroffenen Schulen brauchen echte Transparenz und Hilfe statt Nebelkerzen aus dem Kultusministerium!